ISSN 1610-9848

Mallorca-Newsletter

November 2012/2

mallorca.de
reisebuch.de

Hallo Mallorca-Fans,

als vor wenigen Jahren die sogenannten »Billigflieger« den Flugverkehr auf den Kopf stellten, profitierten die Mallorca-Reisenden besonders. Wo in anderen Regionen lediglich Regionalflughäfen in einiger Entfernung zu den Metropolen angesteuert werden, landen die Maschinen auf Mallorca direkt in Palma. Der immer stärker werdende Wettbewerb, steigende Gebühren und Energiepreise forderten jedoch schnell ihren Tribut und so mussten bereits nach kurzer Zeit einige Gesellschaften ihren Betrieb wieder einstellen. Und selbst etablierte Airlines gerieten ins Wanken und kämpfen bis heute um ihre Existenz.
Um profitabel zu sein, wurden die Anbieter erfinderisch. Kostenfreie Serviceleistungen (wie die Verpflegung an Bord) wurden deutlich reduziert und auch weitere Leistungen nur noch gegen Aufpreis angeboten. Sonderaufschlag bei einzelnen Zahlungsarten wie beispielsweise per Kreditkarte, hohe Preise fürs Gepäck, eine Eincheckgebühr am Flughafen oder gar versteckte Versicherungen, die bei der Buchung abgeschlossen werden sollen, übersteigen oftmals den eigentlichen Flugpreis deutlich.
Nicht jeder Mallorca-Reisende ist auf einen günstigen Flug aus. Die beiden größten deutschen Gesellschaften Lufthansa und Air-Berlin bieten »Flex«-Tarife, die – zu einem erhöhten Preis – mehr Service und Komfort bieten. Leistungen wie mehr Freigepäck, kostenfreies Umbuchen, bevorzugte Abfertigung, eine höhere Meilengutschrift oder ein größeres Platzangebot im Flugzeug setzen bewusst gegen den Billig-Trend und sollen das Fliegen angenehmer und entspannter machen.
Wie denken Sie, lieber Leser, über die Entwicklung der Flugverbindungen und Preise nach Mallorca? Nutzen Sie weiterhin die Angebote der Billigflieger und nehmen dabei die verschärften Regeln (und Zusatzkosten) in Kauf? Können Sie von der Anbindung der abseits der Zentren gelegenen Abflughäfen in Deutschland profitieren oder steuern Sie lieber die größeren Airports an?
Ist es Ihnen gleichgültig, ob der zusätzliche Service kostenpflichtig ist oder schätzen Sie die Inklusiv-Leistungen der »Flex«-Tarife? Sind Sie preisbewusst, aber nicht um jeden Preis, weil Sie fürchten, dass billige Preise auf Kosten der Sicherheit gehen? Oder buchen Sie Ihren Mallorca-Urlaub pauschal, bei dem der Flugpreis nur ein Bestandteil des Gesamtpaketes ist? Was ist Ihnen bei der Flugsuche besonders wichtig? Entscheidet nur der Preis oder sind Ihnen andere Aspekte (wie die Flugzeit oder der Abflugflughafen) wichtiger?
Dann schreiben Sie an feedback@mallorca.de(*) – wir freuen uns auf Ihre Zuschriften und auf Ihre Tipps und Tricks den richtigen Mallorca-Flug zum passenden Preis zu finden. (mb)

Ihr Team von
mallorca.de und reisebuch.de

Den kompletten Newsletter können Sie wie gewohnt auch noch einmal im WWW nachlesen.
http://newsletter.mallorca.de/november2012-2
oder http://reisebuch.de/mallorca/newsletter/


(*) Ausgewählte Zuschriften an die angegebene E-Mail-Adresse werden im nächsten Mallorca-Newsletter veröffentlicht. Im Rahmen der redaktionellen Arbeit können diese Beiträge auch auf den Webseiten von mallorca.de und reisebuch.de erscheinen.

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In diesem Newsletter

Mallorca-News: Verfallene Ruinen am Es-Trenc verschwinden

Mallorca-News

Verfallene Ruinen am Es-Trenc verschwinden.
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Mallorca A-Z

Mallorca A-Z

Alles Wissenswerte, was man bei einem Aufenthalt auf der Sonneninsel an Informationen benötigt.
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Robert Graves: Geschichten aus dem anderen Mallorca

Robert Graves

Geschichten aus dem anderen Mallorca
Die Baronin und das Mädchen mit den kurzen Haaren (Teil 6)
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TV-Tipps

TV-Tipps

Die Insel Mallorca als Thema im deutschen Fernsehen. weiter >>>

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Mallorca-News

Verfallene Ruinen am Es-Trenc verschwinden

Verfallene Ruinen am Es-Trenc verschwinden

Freunde des beliebten Strand »Es-Trenc« wird das Urteil des obersten Gerichtshofs der Balearen freuen: Die Mitte der 1980er Jahre errichtete Siedlung in Ses Covetes soll im nächsten Jahr endgültig verschwinden.
Damit beendet das Gericht einen 18-jährigen Rechtsstreit, der bereits durch mehrere gerichtliche Instanzen ging. Das erste Urteil, welches aufgrund einer Klage der Umweltschutzorganisation GOB bereits Mitte der 1990er Jahre gesprochen wurde, hatte den Baustopp zur Folge, der seitdem die Baustelle zur Ruine werden ließ.
Die GOB kämpft seit vielen Jahren gegen Bausünden auf Mallorca. Die Anlage in Ses Covetes zählt mit 68 geplanten Wohneinheiten zu den größten und bekanntesten.
Für die Planung und die Durchführung des Abrisses setzte das »Tribunal Superior de Justícia« nun eine Frist von 6 Monaten. Spätestens ab dem 15. Mai 2013, und damit pünktlich zur Sommersaison, wird der Naturstrand also in neuem Glanz erstrahlen können. (mallorca.de)

Olivenfest auf Mallorca

Der kleine Ort Caimari am Rande des Tramuntana-Gebirges feierte am letzten Wochenende sein Olivenfest. Caimari steht für Olivenöl und fast jeder Supermarkt auf der Insel hat die einem Ölspender nachempfundenen Plastikflaschen im Sortiment.
Die »Fira de s´Oliva«, die bereits zum 15. Mal gefeiert wurde, ist bei Gästen und Einheimischen beliebt. Denn das Angebot beschränkt sich keineswegs auf die »aceituna«, die Olive. Liköre, Weine, Gebäck, Käse sowie Fleisch und Fischspezialitäten, luden zum Kosten und Verweilen ein. Bis zum frühen Nachmittag spielte auch das Wetter mit. Sonnenschein und Temperaturen mit Werten von über 20°C lockten zahlreiche Besucher in den Ort zwischen Inca und dem Kloster Lluc.
Die Olivenmesse Caimari ist im Vergleich zu anderen Volksfesten auf Mallorca zwar kleiner, sie gehört aber zu den schönsten »Fiestas« der Insel. (mallorca.de)

Real Mallorca stoppt Negativserie

Mit einem 1:1 Unentschieden gegen Celta Vigo konnte der RCD Mallorca seine lange Negativ-Serie stoppen. Seit dem 23. September, als die Mallorquiner gegen den FC Valencia gewannen, konnte der RCD keinen Punkt mehr verbuchen. Nach sechs Niederlagen in Folge ist dieses Unentschieden ein erster Hoffnungsschimmer für Mannschaft und Fans.
Das Spiel am kommenden Samstag gegen Rayo Vallecano, die am Montag ein 0:4 gegen Real Sociedad einstecken mussten, könnte die positive Serie fortsetzen. Da der RCD auch nach dem 12. Spieltag mit nur zwei Punkten Abstand zu einem Abstiegsplatz gelistet ist, wäre ein Sieg besonders wichtig, um sich vom unteren Ende der Tabelle absetzten zu können. (mallorca.de)

Mallorca A-Z


Einwohner

Auf Mallorca leben ca. 860.000 gemeldete Einwohner, etwa die Hälfte davon in der Hauptstadt Palma. Das entspricht einer Bevölkerungsdichte von durchschnittlich 2.307 Einwohnern pro Quadratkilometer, was in etwa vergleichbar ist mit der Bevölkerungsdichte in Deutschland. Die Bevölkerungsverteilung konzentriert sich auf die Küsten, während das Landesinnere und die Bergregionen eher dünn besiedelt sind. Die Bezeichnung für einheimische Bewohner ist »Mallorquiner«.

Mallorca A bis Z

Ensaimada

Die Bezeichnung »Hefeschnecke« würde dieser sehr leichten mallorquinischen Spezialität unterschiedlicher Größe nicht gerecht. Eine aus dünnem Teig aufgerollte und zu einer Spirale gedrehte »Schlange« wird in Schmalz ausgebacken und mit Puderzucker bestreut. Es gibt auch gefüllte Varianten, z.B. mit Kürbismarmelade oder Vanillecreme. Ensaimadas schmecken am besten noch warm aus dem Backofen. Die jährliche Ensaimada-Produktion von Mallorca beträgt 250 Tonnen. Sie sind ein beliebtes Mitbringsel von der Insel.


Mehr »Mallorca A–Z« im Beileger zum ReiseBerater »Mallorca aktiv genießen« von Hartmut Ihnenfeldt unter Mitarbeit von Edith Kölzer, Hans-R. Grundmann und Stephanie Eichler.

»Mallorca von A–Z« bietet auf 92 Seiten alles Wissenswerte, was man auf der Reise oder bei einem längeren Aufenthalt auf der Sonneninsel an Informationen benötigt, von Agrotourismo bis Zungenstoff.

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Inselleben

Valldemossa und der Sand-/Chopin-Mythos

Valldemossa und seine Kartause sind ohne George Sand und Frédéric Chopin und ihren missglückten Aufenthalt dort im Winter 1838/39 nicht mehr vorstellbar. Der Touristenrummel und die schiere Wucht der täglich dort einfallenden Menschenmassen ersticken schon im Keim alle Zweifel an der Legendenbildung um die traute Zweisamkeit des Liebespaares in den abgeschiedenen Klosterzellen.
Die französische Schriftstellerin George Sand hieß eigentlich Amandine-Aurore-Lucile Dupin de Francueil und nahm ein männliches Pseudonym an, um mit ihren Werken mehr Anerkennung in einem damals männlich dominierten Metier zu finden. Sie galt als eine der schillerndsten Frauenfiguren ihrer Zeit, was sie dadurch forcierte, dass sie gelegentlich Hosen trug, Zigarren rauchte und keiner Affäre aus dem Weg ging. Ihre Beziehung zum sechs Jahre jüngeren Chopin hielt immerhin fast neun schwierige Jahre.
George Sands Abhandlung »Ein Winter auf Mallorca«, die oft fälschlicherweise als »Roman« bezeichnet wird, ist ein bitterer Bericht ihres Aufenthalts mit ihrem lungenkranken Geliebten, dem polnischen Komponisten Frédéric Chopin, auf der damals noch wenig bekannten Baleareninsel.
Sie suchten dort Ruhe und im vermeintlich milden Klima Linderung für Chopins Leiden. Sie fanden eine rückständige, unaufgeklärte, ländliche Inselgesellschaft und ein unfreundlich nass-kaltes Klima vor.
In ihrem in vielen Sprachen immer wieder neu aufgelegten Buch zelebriert die Autorin ihre langatmige persönliche Abrechnung mit Mallorca und seinen Bewohnern, von denen sie sich missverstanden und schlecht behandelt fühlte.
Es erscheint paradox, dass ausgerechnet dieses Werk, das an Positivem nur einige wenige lobende Passagen zur Landschaft der Insel enthält, zum meistverbreiteten Buch über Mallorca geworden ist. Aber wirklich gelesen haben es wahrscheinlich – und mit gutem Grund – nur die wenigsten.
George Sands selbstgerechten Tiraden über die Mallorquiner, an denen sie kein gutes Haar lässt, werden auch heute noch – vermutlich aus PR-Gründen – kaum beachtet:
»Wir waren allein auf Mallorca wie in einer Wüste, und wenn wir im Krieg mit den Affen (Anm.: den Mallorquinern!) unseren täglichen Lebensbedarf gedeckt hatten, versammelten wir uns en famille um den Ofen und machten uns über sie lustig.«
Chopin soll sich in Valldemossa gar nicht so unwohl gefühlt haben.
Nebenbei komponierte er auf einem dürftigen Behelfsklavier im Kloster einige seiner schönsten kleinen Werke, wie das berühmte Regentropfen-Prelude.
Weil Chopins Gesundheitszustand sich aber im Verlauf eher verschlechterte, verließ das Paar nach nur wenigen Monaten fluchtartig die Insel und ging zurück nach Paris.

Aus dem Reiseführer »Mallorca – aktiv genießen« von Hartmut Ihnenfeldt, erschienen im Frühjahr 2012.
Mehr Infos und kostenfrei bestellen unter
http://reisebuch.de/shop/produkt/mallorca_reisefuehrer.html
oder http://buchshop.mallorca.de/Mallorca-aktiv-geniessen


Mallorca im Fernsehen

Zusammengestellt von mallorca.de
(kurzfristige Programmänderungen und -verschiebungen möglich)

22.11.2012 | ZDF.info | 09:30 Uhr
Urlaub zum Abgewöhnen – Wenn die Reise zum Reinfall wird
Reportage
Das ZDF-Team reist zusammen mit Hoteltestern des TÜV Rheinland u.a. nach Mallorca.

22.11.2012 | ZDF.info | 10:30 Uhr
Achtung, Ferienhausbetrüger!
Die Mallorca-Masche
Günstige Ferienhäuser einfach und direkt vom Besitzer zu mieten. Online ist alles möglich. Aber in letzter Zeit mehren sich die Beschwerden und Anzeigen über betrügerische Vermieter. Die ZDF-Reportage begleitet eine Familie aus Deutschland, die ihre Ferienfinca im Voraus bezahlt hat, vor Ort feststellen muss, dass sie auf einen Betrüger hereingefallen sind.

25.11.2012 | Arte | 02:15 Uhr
Zu Tisch auf ...
Schnecken gehören auf Mallorca auf die Speisekarte und zählen als ganz besondere Delikatesse.
arte zeigt Toni Colon bei der Schneckensuche in den Bergen von Valldemossa, bei der Zubereitung und zeigt das anschließende große Familienessen.

30.11.2012 | Arte | 05:00 Uhr
Metropolis
Metropolen-Report: Palma de Mallorca
Die Hauptstadt der Balearen zeigt sich besonders in den Wintermonaten international.
Das Info-Magazin auf arte zeigt die stillen Seiten der Stadt, blickt aber auch in die Jazz-Szene und in die zahlreichen Kunstaustellungen.


aktuelle TV-Tipps finden Sie auch unter
http://reisebuch.de/mallorca/service/TV-Tipps/
und http://mallorca.de/tv-tipps

Buchtipp

Mallorca aktiv genießen

Der Reiseführer »Mallorca aktiv genießen« aus dem Verlag »ReiseWelt50plus« enthält Informationen, die vor allem Individualreisende mit größerer Lebenserfahrung ansprechen. Dieser Band ist ausdrücklich kein Reiseführer für Senioren, sondern für Menschen um die Lebensmitte und darüber hinaus, die ihre Urlaubsgestaltung noch selbständig vornehmen und ihre Reisen »aktiv genießen« wollen. Auf den ersten Blick wird den meisten Lesern nicht auffallen, wodurch sich dieser Reise-Berater von in Aufmachung und Umfang vergleichbaren Ratgebern unterscheidet.

Mallorca aktiv genießen

Erst bei genauerer Betrachtung entfaltet sich das Konzept, das u.a. darauf beruht, dass alle Informationen, die für die Zielgruppe irrelevant sein könnten, nicht berücksichtigt werden. Anstelle dessen liegt der Schwerpunkt auf altersgemäße Aktivitäten und gezieltes Genießen mit Qualitätsanspruch in allen Bereichen: von der Unterkunft über Gastronomie und Einkaufen bis hin zur Freizeitgestaltung. Zur allgemeinen Information über Mallorca wird das ausführliche Handbuch durch den 88-seitigen Beileger ergänzt, der alle wissenswerten Aspekte der Insel lexikalisch von A – Z kurz pointiert darstellt.

Dieser Reise-Berater ist online versandkostenfrei zu beziehen über
http://reisebuch.de/shop/produkt/mallorca_reisefuehrer.html
oder http://buchshop.mallorca.de/Mallorca-aktiv-geniessen

Demnächst auch als E-Book bei amazon!

Veranstaltungstipps

Zusammengestellt von mallorca.de (alle Angaben ohne Gewähr)


25.11.2012 | Lloret de Vistalegre | 17:00 Uhr
Gitarrenkonzert
Wolfgang Weigel
Kulturfinca Son Bauló

29.11.2012 | Palma | 21:00 Uhr
Hugo Socrates und Black Cats
Jazz Voyeur Club
C/ Blau, 11A

30.11.2012 | Palma | 20:30 Uhr
01.12.2012 | Palma | 21:00 Uhr
Queen Symphonic Rhapsody
Auditorium, Sala Magna

05. bis 07.12.2012 | Palma | 20:30 Uhr
08.12.2012 | Palma | 19:00 Uhr
09.12.2012 | Palma | 18:00 Uhr
Operette
Doña Francisquita
Teatre Principal

14.12.2012 | Palma | 20:30 Uhr
London Community Gospel Choir
Auditorium, Sala Magna

aktuelle Tipps auch bei Facebook http://www.facebook.com/mallorca.de

Robert Graves

Die Baronin und das Mädchen mit den kurzen Haaren (Teil 6)

(Fortsetzung aus dem letzten Mallorca-Newsletter)

Kein Mensch aus unserem Dorf war je in England gewesen, und uns dreien schien es großartig, die ersten zu sein. Unsere Frauen waren natürlich nicht dafür, es sei denn, sie könnten auch mitkommen, stimmt doch, nicht wahr, Isabel? Aber Mr. Estrutt meinte, ein solches Unternehmen wäre sehr unklug, auch wenn wir bereit wären, die zusätzlichen Reisekosten und Spesen aus unserem Portemonnaie zu zahlen. Dann machte die Frau von Sentiá eine Szene und nannte uns Narren, da wir nicht fünfzig Peseten am Tag verlangt hätten, und einen Tausender dazu, da Mr. Jonés so bereitwillig zugestimmt hatte. In ihrem Innersten war sie davon überzeugt, schrie sie, dass ich von den Engländern bestochen worden sei, um die Verhandlungssumme niedrig zu halten. Aber meine Isabel und Damiáns Frau Angela sagten ihr, sie solle still sein, da das Angebot sehr großzügig gewesen und das Dokument nun bindend unterschrieben sei.
Damit war die Angelegenheit erledigt. Wir versprachen, oft zu schreiben, und unsere Frauen mussten uns auch versprechen, sich in unserer Abwesenheit zu benehmen und sich ordentlich um die Kinder zu kümmern.
Mit der Hand auf dem Herzen schworen wir, wir hätten nie im Traum daran gedacht, unser Dorf auch nur für drei Wochen zu verlassen, ginge es nicht um die Rettung einer katholischen Familie. Was das betrifft, sind die Frauen dieser Insel tatsächlich kaum weniger eifrig als Mr. Estrutt angedeutet hatte, und ich glaube nicht, dass unsere Frauen uns hätten fahren lassen, wäre es einzig und allein ums Geld gegangen.
Wie ich später herausfand, verbrachte Isabel während unserer Abwesenheit die Hälfte des Tages in der Kirche mit Gebeten für meine Sicherheit und für den geistlichen Trost der unglücklichen Witwe.
Nun, Sie haben die Reise mehrmals hinter sich gebracht, Don Roberto, und sie ist für Sie nichts Neues, aber für mich war es unglaublich, als wir die Grenze zu Frankreich überquerten. Wie ein Wunder kam es mir vor, dass sich innerhalb eines Kilometers das Aussehen von so vielen Sachen änderte: Bekleidung, Sprache, Uniformen, Strommasten, die Farbe der Briefkästen, sogar die Form und der Geschmack des Brotes!
Mr. Estrutt hatte uns mit dem Taxi im Dorf abgeholt, um uns persönlich durch den Zoll, die Passkontrolle und andere Schwierigkeiten zu lotsen. Er schien uns wie ein anderer Mensch, als er einmal aus dem Schatten des ernsten Mr. Jonés getreten war: er trug einen cremefarbenen Anzug aus Gabardine, einen harten Strohhut mit einer grellen gelben Borte, und sein Gehstock hatte einen vergoldeten Knauf. Außer dem fing er an, uns unanständige Witze zu erzählen. Er kam hier bei uns etwas übermüdet an, nachdem er in der Bar Macarena die Nacht durchgemacht hatte. Kennen Sie zufälligerweise diese Bar? Jedenfalls ist es eine erstaunliche Leistung, dass er diesen Zigeunern lebend entkommen ist, sogar noch im Besitz seiner Geldbörse, seiner Krawattennadel mit Perle und des Gehstockes mit dem vergoldeten Knauf. Diese Londoner Polizisten sind wohl verkappte Löwen.
Wir legten mit dem Nachtschiff nach Barcelona ab, und unseren Frauen liefen die Tränen übers Gesicht, als sie uns von der Kaimauer aus zuwinkten. Ich muss gestehen, dass ich mich auch einen Moment lang fragte, ob meine Entscheidung wohl gut überlegt gewesen war.
Was Sentiá angeht, so befand er sich in einem bedauernswerten Zustand, und Mr. Estrutt gab ihm eine Pille, die ihn schnell einschlafen ließ.

(Fortsetzung im nächsten Mallorca-Newsletter)

Auszug aus »Geschichten aus dem anderen Mallorca« von Robert Graves, erschienen in der 3. erweiterte Auflage 2012.
Mehr Infos und kostenfrei bestellen unter
http://reisebuch.de/shop/produkt/reisestory_mallorca_graves/
oder http://buchshop.mallorca.de/Geschichten

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Die genauen Konditionen erhalten Sie von Björn Kaspring, werbung@mallorca.de.

Feedback – E-Mails an die Newsletter-Redaktion

Im letzten Newsletter fragten wir Sie, liebe Leser, ob Sie sich an die ruhigen Zeiten vor dem Boom in den 1980er Jahren auf Mallorca erinnern können. Hier einige Ihrer Zuschriften.

[...] ja, ich kenne diese Insel seit den 60er Jahre. Ach, war das noch schön und ruhig. Man nannte sie zwar die »Putzfraueninsel«, aber ich fand es da noch gemütlicher, keine Hektik und man konnte noch nach Arenal fahren. Heute ist dieser Ort nur noch peinlich. Ich habe damals diese Insel lieben gelernt und im Hotel musste man noch spanisch oder englisch sprechen. Die Einheimischen im Hotel sagten noch schöne Lokale, wo keine Touristen sind und man noch für wenig Geld mallorquinisch essen konnte. Leider gibt es dieses nicht mehr. Mir gefällt diese Insel sowieso Anfang oder Ende des Jahres viel besser. Leider machen viele Touristen die Insel kaputt. Ich verstehe die Mallorquiner, dass sie so herab auf die Touristen schauen. Aber ohne diese könnte diese Insel nicht bestehen. Schade! Aber wenn man woanders hin schaut, überall auf der Welt geht die Kultur kaputt. Aber vielleicht besinnt man sich mal wieder zurück, hoffentlich ist es dann nicht zu spät. [...] (Marion Jähnig)

[...] ich bin seit Jahren ein Mallorca-Fan und liebe jeden Fleck auf dieser Insel. Meine Frau und ich wohnen bei unserem seit Jahren in Can Picafort ansässigen Sohn und während des Aufenthalts haben wir stets einen Mietwagen mit dem wir immer wieder was Neues entdecken. Auch in Palma – über Parkplatznot kann ich dort nicht klagen. Oft ist unser Ziel die Garage unterhalb der Kathedrale. [...] (Karl Schleiff)

[...] seit etwa 25 Jahren fliegen wir von Zeit zu Zeit nach Mallorca und haben in der Zeit immer wieder auch Palma besucht. Die Stadt hat sich meiner Meinung nach viel stärker verändert als die anderen Orte der Insel. In den Bars der Altstadt findet man inzwischen Publikum aus der ganzen Welt, hauptsächlich natürlich aus Europa. Es ist eine Stadt, die man so auf Mallorca gar nicht vermutet, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Viele internationale Künstler treten inzwischen in Palma auf. Weiter so Palma! (Dirk Großhagen)


An dieser Stelle veröffentlicht der Mallorca-Newsletter ausgewählte Leserzuschriften. Namentlich gekennzeichnete Beiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Einsendungen zu kürzen. Es besteht kein Recht auf Veröffentlichung oder Vollständigkeit.
Die Newsletter-Redaktion erreichen Sie per E-Mail an feedback@mallorca.de

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Der Mallorca-Newsletter wird herausgegeben von

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Vertretungsberechtigte Gesellschafter: Marco Bonkowski und Björn Kaspring
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mit Beiträgen von: mallorca.de und reisebuch.de
Inhaltlich Verantwortlich:
Marco Bonkowski (mb, mallorca.de) / Hartmut Ihnenfeldt (hi, reisebuch.de)